Hier sind einige der Dinge, die Sie tun können, um sich zu verändern und Ihre Schüchternheit zu besiegen.
Verankerung im Gehirn
Auf diese Weise erzeugen Sie eine Verknüpfung bzw. Verankerung im Geist – und zwar nicht irgendwo, sondern dort, wo Sie es möchten. Stellen Sie sich das Gefühl, dass Sie haben wollen, vor, während Sie etwas bestimmtes tun oder eine positive Erfahrung in Ihren Gehirn erzeugen. Wollen Sie beispielsweise selbstbewusst sein, wenn Sie Ihre Nachbarin oder Ihren Nachbar zum Essen einladen, dann stellen Sie sich dieses Gefühl vor, empfinden Sie es.
Stellen Sie sich vor wie selbstbewusst Sie sind, wenn Sie etwas tun, das Sie gut können oder das Ihnen gefällt. Denken Sie an positive Erfahrungen. Solange Sie daran denken, erzeugen Sie einen Auslöser für dieses Gefühl, indem Sie etwas besonderes tun. Sie könnten mit den Fingern schnipsen, einen prägnanten Satz sagen oder Ihre Nase berühren. Üben Sie einige Male und Sie werden in der Lage sein, das Gefühl, das Sie möchten, jederzeit und an jedem Ort hervorzurufen. Alles was Sie tun müssen, ist den Auslöser zu betätigen. So wie bei den Hunden von Pawlow.
Motivierende Fragen
Hören Sie auf sich unproduktive Fragen zu stellen wie “Warum bin ich nur so schüchtern?” oder “Wie kommt es, dass ich nicht vor mehreren fremden Menschen sprechen kann?”. Wenn Sie Ihrem Gehirn solche Fragen stellen, dann werden Sie entsprechende Antworten bekommen.
Denn unser Gehirn findet immer eine Antwort auf unsere Fragen und auf negative Fragen reagiert es mit negativen Antworten. Stellen Sie stattdessen Fragen wie “Was ist an mir interessant?”, “Was mögen andere an mir?”, “Was kann ich besonders gut?”, “Was könnte ich besser machen?”, “Auf welche Leistung bin ich besonders stolz?”, usw. Es ist sehr wichtig, dass Sie eine positive Sprache mit sich selbst sprechen und sich nicht geistig niedermachen.
Hoher Einsatz
Bei jeder Entscheidung, die Sie machen wollen, wägt Ihr Gehirn vorher das erwartete Vergnügen gegen den erwarteten Schmerz ab. Es versucht Schmerz zu vermeiden und die Lust zu maximieren. Wenn Sie nicht die Ergebnisse erhalten, die Sie möchten, dann haben Sie vielleicht zuviel Schmerz mit einer Handlung verknüpft. Sie haben zwei Möglichkeiten – entweder den Schmerz zu verringern indem Sie handeln oder nichts zu tun und ihn wachsen zu lassen.
Da viele Leute den Verlust von Geld mit Schmerz assozieren, könnten Sie, falls Sie sich nicht trauen fremde Menschen anzusprechen, mit einem Freund um 100€ wetten, dass Sie 10 Fremde ansprechen werden. Sie verknüpfen zwar Schmerz mit dieser Handlung (z.B: Angst vor Ablehnung, Gefahr keine Worte zu finden oder zu stottern, sich lächerlich machen,…), aber mit dem Verlust von 100€ verbinden Sie einen größeren Schmerz. Das wird Sie in Bewegung versetzen und falls nicht, erhöhen Sie den Einsatz solange bis es wirkt.
Verändern Sie Ihre Ansichten
Um sich zu verändern, müssen Sie zuerst verändern, was Sie glauben. Stellen Sie sich bei jeder Ihrer Ansichten, die Sie verändern wollen, diese Fragen:
1. Was ist meine Ansicht?
2. Worum glaube ich das? Welche Erfahrungen/Beweise habe ich dafür?
3. Ist es möglich, dass ich diese Erfahrungen überschätze? Damals war es vielleicht schrecklich, aber heute wäre es nicht so schlimm? (Oft überbewerten wir Erlebnisse aus unserer Kindheit oder aus der Teenagerzeit.)
4. Wieviel Schmerz bereitet mir diese Ansicht/Glaube?
5. Was glauben Sie würde passieren, wenn Sie nicht daran glauben würden?
6. Welche Beweise oder Erfahrungen können das Gegenteil Ihrer Ansicht belegen? Gaube ich nach all diesen Beispielen immernoch daran?
Diese Übung kann schmerzhaft sein und viele negative Erfahrungen wecken, aber es lohnt sich. Es ist wichtig, die Dinge aus der richtigen Perspektive zu sehen, denn sonst fürchtet man sich irgendwann vor seinem eigenen Schatten.
Vorbilder
Suchen Sie sich ein Vorbild, dass diejenige Eigenschaften hat, die Sie möchten – also in diesem Fall jemand, der kontaktfreudig und extrovertiert ist. Alternativ können Sie sich auch ein ideales Bild von sich selbst vorstellen – wie Sie wären, wenn Sie Superkräfte hätten oder etwas ähnliches. Fragen Sie sich: “Welche Ansichten sind nötig, um diese Person zu sein?” Stellen Sie sich dieses Modell vor und “tauchen” Sie anschließend hinein.
Werden Sie zu dieser Person, fühlen Sie, was sie fühlt. Gehen Sie nun in eine Zeit, in der Sie diese Eigenschaft hätten erlernen können – vielleicht in Ihrer Jugend. Projezieren Sie sich dann in die Gegenwart und in die Zukunft – mit dieser Eigenschaft – und tun Sie in Ihrer Phantasie, was Sie möchten. Machen Sie diese Übung mehrmals am Tag bis Sie anfangen so zu handeln wie Ihr “perfektes Ich”.
Es ist entscheidend sich selbst so zu sehen wie man sein will und auch konkrete Dinge wie fremde Menschen ansprechen, eine hübsche Frau zum Essen einladen oder eine Rede halten, im Geist zu erleben. Wichtig ist negative Szenarien zu vermeiden (ausgelacht zu werden, Ablehnung, usw.). Wenn man eine Rede hält, merkt man schnell, dass die Zuschauer keine Tomaten dabei haben und wenn man eine Frau anspricht, findet man bald heraus, dass Sie keinen aggressiven Bodybuilder als Freund hat
.
Affirmationen
Nehmen Sie sich alle Ihre negativen Glaubenssätze vor und schreiben auf ein Blatt Papier zu jedem eine positive, gegenteilige Affirmation auf. Diese Sätze sollten in der Ich-Form, positiv (nicht: “Ich bin nicht schüchtern.”) und im Präsens geschrieben sein.
Hier sind einige Beispiele:
Ich bin glücklich mit mir selbst, ganz gleich was andere Leute denken.
Ich bin unglaublich mutig. Ich überwinde meine Ängste.
Ich mache den Menschen Komplimente und zeige ihnen, dass ich sie schätze.
usw.
Es spielt keine Rolle, ob diese Sätze war sind oder nicht, denn das Gehirn nimmt alle Informationen auf und das Unterbewusstsein stellt keine Fragen – es akzeptiert alles, was Sie ihm sagen, ohne Widerstand. Am Anfang werden Sie sich komisch vorkommen und Ihre Glauenssätze werden diese Affirmationen ablehnen.
Nach und nach werden Sie jedoch bemerken wie diese Sätze Sie und Ihr Handeln positiv beeinflussen. Es kann mehr als einen Monat dauern bis Sie eine Veränderung spüren, also geben Sie nicht auf. Sie können die Affirmationen auf Kärtchen notieren und immer mit sich tragen, um sie lesen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Stellen Sie sich beim Lesen vor wie gut Sie sich fühlen werden und wie glücklich Sie sein werden, wenn Sie diese Eigenschaften erlangt haben.